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RHEDA - WIEDENBÜCKER

BÜRGER FÜR ENERGIE

MIT ZUKUNFT

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Wir werden schlauer, besser und wohlhabender

Rheda-Wiedenbrück. Energie soll nicht billiger, sondern teurer werden. Diese provokante These vertrat Ernst Ulrich von Weizsäcker, Co-Präsident des Club of Rome, in seiner Rede auf dem Fachkongress für Energieeffizienz Mitte September im A2-Forum. 250 Fachbesucher waren der Einladung der Garant Gruppe und der Stadt Rheda-Wiedenbrück gefolgt. Am zweiten Tag kamen viele Bürger, die sich bei rund 100 Ausstellern zum Thema Klimaschutz informieren konnten.

Bürgermeister Theo Mettenborg, passend mit grüner Krawatte, rückte in seiner Begrüßungsrede auch die Emsstadt ins rechte Licht. Man hätte keine bessere Stadt für den Kongress finden können: Schließlich habe die Stadt seit 25 Jahren einen grünen Daumen, sei Träger des European Energie Award und könne eine Bürger-Energie-Genossenschaft vorweisen. „Da wird der Konsument zum Produzenten", so das Motto.
Wer mehr über die Energiegenossenschaft erfahren wollte, war an unserem Stand mitten in der Halle richtig. Hier konnten die Besucher alle Fragen zur Gesellschaftsform und zur Finanzierung stellen. Einige nahmen sich auch gleich ein Beitrittsformular mit.

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Bürgermeister Theo Mettenborg macht beim Rundgang durch die Messehalle auch am Stand der Rheda-Wiedenbrücker Energiegenossenschaft halt. Mitglieder und Helfer standen dort für Gespräche bereit, hier Heike Leiwes und Peter Rentrup.

Renommiertester Redner des Kongresses war sicherlich Ernst Ulrich von Weizsäcker, ein Vordenker der deutschen Umweltbewegung, der seinen Vortrag „Schlauer, besser, wohlhabender durch Klimaschutz" überschrieben hatte. Zuerst stellte er drastisch die katastrophalen Folgen des Klimawandels für die Natur und für die Menschen dar. „Trotzdem stagniert die Politik seit 2009. Es werden weiterhin Dinosauriertechnologien verwendet."
Die Gewinnung von Energie aus erneuerbaren Quellen wie Photovoltaik, Wasserkraft und Wind leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, würde aber an ihre Grenzen stoßen. Deshalb ruft von Weizsäcker dazu auf, weniger Energie in den Wohlstand zu investieren. „Der bisherige Lebensstil ist nicht übertragbar auf die Bevölkerung der Welt. Dafür bräuchten wir fünf Erdbälle." Sein Trost: „Genügsamkeit kann gesund und glücklich machen!"
Dafür sollen Ressourcen produktiver genutzt werden. Viele Beispiele gibt es dazu aus allen Lebensbereichen wie Auto und Verkehr, Hausbau und Recycling. Doch die Märkte würden eine Regulierung allein nicht schaffen, stattdessen müsse man den Preis sprechen lassen. Er führte das Beispiel Japan an, das zeitweilig die höchsten Energiepreise hatte. „Und das löste ein Feuerwerk an Innovationen, einen Entwicklungsschub aus."
Von Weizsäcker hat dabei natürlich nicht den kurzfristigen Erfolg im Sinn. „Langfristigkeit zahlt sich aus", so der Wissenschaftler.

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Der Vortrag von Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker hinterlässt nachdenkliche Mienen, auch bei Bürgermeister Theo Mettenborg und dem Garant-Geschäftsführer Torsten Goldbecker.

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